Heute sprechen wir mal über ein beliebtes Getränk und seine Auswirkungen auf unsere Gesundheit.
Laut einer Studie des Deutschen Kaffeeverbands trinken wir Deutschen durchschnittlich 166 Liter Kaffee (1). Damit ist der Kaffee hierzulande wahrscheinlich genauso beliebt wie in Italien. Nur das er dort noch ein bisschen besser schmeckt…
Das köstlich aromatische Getränk wird am liebsten am Morgen zum Aufwachen, als Energie-Boost gegen Müdigkeit, in der Pause bei netter Gesellschaft und zur Entspannung, aus Genuss und auch zur Verdauungsförderung getrunken.
In diesem Beitrag möchte ich mir mit dir mal dir Wirkungsbereiche von Kaffee ansehen.
Es gibt viele Studien, die die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee loben. Jedoch darf man nicht vergessen, dass diese Vorteile auch ihren Preis haben und, dass Kaffee diese Vorteile nicht immer und auch nicht bei jedem hat.
Kaffee kann unsere Nebennieren überlasten, unser Hormonsystem durcheinanderbringen und zu Müdigkeit, Erschöpfung, Verstopfung, Unausgeglichenheit, sowie zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen (2).
Wir schauen uns also an, was du unbedingt beachten solltest, wenn du gerne Kaffee trinkst, damit du bestmöglich von den Vorteilen profitieren kannst, ohne deinen Körper zu schädigen. Und natürlich auch, woran du eine Kaffeeunverträglichkeit bemerkst.

2 Gründe, die für Kaffee sprechen
Als Erstes schauen wir uns mal die positiven Seiten von Kaffee an. Die sind logisch und wahrscheinlich auch neben dem Geschmack der Grund, warum die meisten Leute Kaffee trinken.
- 1Mehr Energie: ist wahrscheinlich DER Grund, warum die meisten Menschen Kaffee trinken. Das Koffein im Kaffee hilft dir wach durch den Tag zu kommen und schenkt dir einen wahren Energie-Boost (3).
- 2Gesteigerte Leistungsfähigkeit: Mehr Energie kann natürlich zu einer Steigerung deiner kognitiven und körperlichen Leistungsfähigkeit führen und deine Motivation steigern.
Aber wie funktioniert das Prinzip von Koffein eigentlich?
Das ist schon spannend.
Zunächst einmal: Über den Tag hinweg schüttet unser Körper sogenanntes Adenosin aus. Adenosin ist ein Stoff, der die Nervenzellen im Gehirn vor Überanstrengung schützt.
Wenn das Adenosin an die Rezeptoren in unserem Gehirn andockt, signalisiert es unserem Körper, dass es Zeit für etwas Entspannung, Ruhe und Schlaf ist. Gleichzeitig wird die Ausschüttung belebender Botenstoffe gehemmt.
Und hier kommt jetzt der Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke für viele Menschen ins Spiel.
Wenn wir Kaffee trinken, dann werden die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn von den Koffeinmolekülen besetzt und das körpereigene Adenosin kann nicht mehr an sie andocken.
Dadurch bleibt unser Körper also im Dauerstress und wir bleiben wach. Das Adenosin im Blut, was immer noch gerne an die Rezeptoren im Gehirn andocken möchte, löst sich aber nicht in Luft auf. Im Gegenteil, der Adenosin-Spiegel im Blut steigt, denn der Körper wünscht sich immer noch Ruhe und Entspannung.
Wenn die Wirkung von Kaffee nach einer Weile nachlässt, werden wir wieder müde und fühlen uns sogar erschöpfter als zuvor. Viele Menschen verspüren dann auch Reizbarkeit oder Kopfschmerzen und holen sich zur Linderung ihrer Symptome den nächsten Kaffee.

Gewöhnungseffekt – du brauchst immer mehr Kaffee
An dieser Stelle solltest du auf jeden Fall auf deinen täglichen Kaffeekonsum achtgeben, denn: der Körper produziert nun immer mehr Adenosin-Rezeptoren im Gehirn, weil es für die Adenosin-Moleküle durch die ganzen Kaffeemoleküle kaum Platz zum Andocken gibt.
Auf diese Weise entwickelt sich langsam eine gewisse Kaffeetoleranz. Du reagierst dann also immer weniger empfindlich auf Koffein und versuchst immer mehr Kaffee zu trinken.
Wenn du in eine Kaffee-Negativspirale gerätst und immer müde bist, auch mit Kaffee, dann hilft meist nur ein Koffeinentzug, um den Körper wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Was dann aber nicht heißt, dass du für immer auf Kaffee verzichten musst, aber du musst deinem Körper die Chance geben, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Die Schattenseite des Energiekicks: Dein Körper ist im Stress
Wie eben schon erwähnt löst Kaffee im Körper Stress aus, da er die Bildung von Stresshormonen in unseren Nebennieren anregt. Deine Nebennieren müssen also Höchstleistungen erbringen.
Unsere Stresshormone erhöhen unseren Herzschlag, steigern die Muskelfunktion und versetzten uns in die Lage Gefahrensituationen besser zu meistern. Es ist also die Quelle für unsere Kämpf- und Fliehreaktionen.
Nun ist aber die Frage, ob der Körper wirklich unbedingt in künstlichen Stress versetzt werden muss und das Gefühl haben sollte eine Gefahrensituation zu meistern oder einer Bedrohung ausgesetzt zu sein, wenn man lediglich vor dem PC sitzt und seine E-Mails beantwortet.
Denn wie wir sicherlich alle wissen, kann übermäßiger Stress sich sehr negativ auf unseren Körper auswirken.
Wer es sehr weit treibt mit dem Kaffeekonsum und seinen Körper in einem permanenten Alarmzustand hält überlastet und schädigt seine Nebennieren.
Durch die Überlastung wird dein Hormonhaushalt durcheinandergebracht und es kann im Laufe der Zeit zu chronischer Müdigkeit, Angstzuständen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Depressionen kommen. (4)

Kaffee und Schlafstörungen
Kaffee kann auch mit Schlafproblemen verbunden sein, die sich in Ein- und Durchschlafstörungen oder auch schlechten bzw. leichten Schlaf äußern.
Daher solltest du deinen letzten Kaffee bis 14:00 Uhr oder 6-8 Stunden vor dem Schlafen gehen trinken, um auf Nummer sicher zu gehen, dass du gut schlafen kannst.
Kaffee am Morgen macht müde
Solltest du deinen Kaffee zur falschen Zeit trinken, kann er nicht nur Schlafstörungen verursachen. Trinkst du ihn nämlich bevorzugt direkt nach dem Aufwachen kann er zu Hibbeligkeit und später zu einem starken Tagestief führen.
Das liegt daran, dass der Körper morgens so oder so schon in hohen Mengen das Stresshormon Cortisol produziert, damit wir wach werden und in den Tag starten können. Wenn du am Morgen nun zu Kaffee greifst, verstärkst du das Gefühl von Aufregung und Unruhe.
Das kann dazu führen, dass du dich schon am Morgen gestresst fühlst und ein paar Stunden später extrem schlapp und müde wirst, wenn das Koffein und dein Cortisolspiegel absinken.
Am besten du trinkst also morgens als erstes ein großes Glas Wasser und dann 3-4 Stunden später deinen Kaffee, wenn dein Körper weniger Cortisol produziert.
Kaffee als Abführmittel?
Viele Menschen haben nur deswegen am Morgen Stuhlgang, weil sie Kaffee trinken
Wie schon erwähnt, versetzt Koffein den Körper in permanenten künstlichen Stress, in dem es die Ausschüttung von Stresshormonen verursacht und unsere Darmschleimhaut reizt.
Dieser Stress sorgt für eine unnatürliche Darmentleerung und wirkt damit wie ein Abführmittel.
Die Gefahr ist hier, dass der Darm sich an die stetige Stimulierung durch Kaffee gewöhnt, seine eigenen Entleerungsreflexe vergisst und immer träger wird.
Viele Menschen, die täglich Kaffee trinken werden wahrscheinlich nie erfahren, dass sie eigentlich unter Verstopfung leiden, da sie täglich Kaffee trinken. (4)

Kaffee steigert Heißhunger auf Süßes
Ein weiterer interessanter Aspekt von Kaffee ist: er wirkt appetitanregend. Oft bekommt man nach dem Genuss einer Tasse Kaffee nämlich Hunger und Lust auf Süßes. Vielleicht hast du das ja auch bei dir schon einmal beobachtet.
Das Gemeine daran: Kaffee lässt Süßes weniger süß schmecken und man braucht immer mehr Süßigkeiten, um seinen Zuckerhunger zu stillen. Diese Erkenntnis haben Wissenschaftler im Journal of Food Science veröffentlicht.
Ein süßes Frühstück zum Kaffee oder süße Snack begünstigen Blutzuckerspiegelschwankungen, die weiteren Heißhunger und auch Müdigkeit auslösen.
Unverträglichkeitsreaktionen – daran erkennst du, dass du keinen Kaffee verträgst
Die in Kaffee enthaltenen Röststoffe, Säuren und das Koffein können bei vielen Menschen auch zu Unverträglichkeitsreaktionen
führen, wie Sodbrennen, Reflux, Magenverstimmungen, Herzrhythmusstörungen/Herzrasen, Blähungen, Verstopfungen, unreine fahle Haut, Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen.
Diese Symptome können unmittelbar nach dem Kaffeekonsum aber auch erst einige Stunden bis einen Tag später auftreten.
Solltest du feststellen, dass du Kaffee sehr schlecht verträgst, kannst du auch tolle Alternativen, wie Lupinenkaffee, Matcha-Latte oder grünen Tee ausweichen. Diese Getränke machen auch wach, schmecken hervorragend und haben gesundheitliche Vorteile.
Ich zum Beispiel vertrage Kaffee nicht gut. Wenn ich Kaffee trinke, macht sich das ziemlich schnell durch Herzrasen, Sodbrennen und starke Unruhe bemerkbar. Zum Glück komme ich jedoch auch ohne Koffein durch den Tag.

Zusammenfassung
Zusammengefasst kann man sagen, wer gerne Kaffee trinkt, sollte ihn hauptsächlich aus Genuss trinken und nicht, weil er ihn dringend braucht. Und du solltest dir der Nebeneffekte von Kaffee auf deinen Körper bewusst sein.
Wie fühlst du dich aktuell?
Wenn du dich aktuell im Alltag müde, energielos und unausgeglichen fühlst und vielleicht auch körperliche Beschwerden dir die Energie rauben, dann schau sehr gerne mal auf meiner Website www.alida-maria.de vorbei. Ich helfe dir von Herzen gerne mit einem individuellen Gesundheits- und Ernährungskonzept, was auch deine Bedürfnisse und deinen Alltag zugeschnitten ist wieder voller Energie, Balance und Gesundheit durch den Alltag zu gehen. Damit dich nichts mehr davon abhält das zu tun, worauf du Lust hast.
Ich freue mich auf dich.
Deine Alida
Quellen:
(1) https://www.kaffeeverband.de/de/presse/deutscher-kaffeemarkt-2019-erneut-gewachsen
(2) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/kaffee-uebersicht/kaffee-ungesund
(3) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8232842/
(4) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/koerper/hormonhaushalt/hormonstoerung
(5) Mokhtari et al. (2021). The impact of coffee on gut health: A systematic review. Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 61(1), 1-21. doi: 10.1080/10408398.2020.1785253.

